Einlagen: Wann sie sinnvoll sind und wie lange die Eingewöhnung dauert
Einlagen können helfen, wenn eine Ärztin oder ein Arzt die Ursache für den Fußschmerz geklärt hat, zum Beispiel bei einem schmerzhaften Hohlfuß, bei Rheuma im Fuß oder als Teil der Vorsorge bei Diabetes. Beim Fersensporn sind sie ein Baustein neben Dehnübungen. Die Eingewöhnung dauert meist eine bis sechs Wochen: Am ersten Tag tragen Sie sie höchstens eine Stunde, danach jeden Tag etwas länger.
Die neuen Einlagen liegen im Schuh, frisch angepasst, und Sie freuen sich auf den ersten längeren Spaziergang. Nach einer Stunde drückt es unter dem Gewölbe, und am Abend ziehen Sie die Schuhe mit einem Seufzer aus. Dann fragen Sie sich, ob die Einlagen umsonst waren.
Dieser Moment ist enttäuschend, gerade wenn man schon einiges ausprobiert hat. Über die Frage, ob die Einlagen am Ende passen, sagt er aber wenig. Füße brauchen eine Weile, bis sie sich an eine neue Form unter der Sohle gewöhnt haben 5. Und nicht jeder Fußschmerz ist ein Fall für Einlagen.
Wann Einlagen sinnvoll sein können
Einlagen sind kein Allheilmittel. Das sage ich so deutlich, weil sie oft als erste und einzige Antwort verschrieben werden. Eine Cochrane-Übersicht aus dem Jahr 2008, also eine sorgfältige Auswertung mehrerer Studien, hat elf Studien mit zusammen 1.332 Teilnehmenden zu maßgefertigten Einlagen ausgewertet 1. Die Fachleute fanden Hinweise, dass solche Einlagen bei einem schmerzhaften Hohlfuß helfen können, also bei einem Fuß mit sehr hohem Gewölbe 1. Auch bei Schmerzen im hinteren Fuß durch Rheuma und beim schmerzenden Ballenzeh (Hallux valgus) gab es Hinweise auf einen Nutzen 1. Beim Ballenzeh war eine Operation allerdings wirksamer 1.
Für den Fersenschmerz durch eine gereizte Sehnenplatte unter der Fußsohle, den die meisten als Fersensporn kennen, blieb das Ergebnis unklar 1. Insgesamt kamen die Fachleute zu dem Schluss, dass es nur begrenzte Belege gibt, auf die man Entscheidungen stützen kann 1.
Das heißt nicht, dass Einlagen beim Fersensporn nichts bringen. Das Gesundheitsportal des Bundesgesundheitsministeriums nennt weiche Fersenkissen aus Silikon und Einlagen, die das Fußgewölbe stützen, als mögliche Hilfe 2. Gleich daneben steht, dass die Muskulatur und die Sehnenplatte regelmäßig gedehnt werden sollten 2. Bis die Schmerzen nachlassen, können einige Wochen bis Monate vergehen, und bei den meisten Menschen sind die Beschwerden nach einem Jahr vorbei 2. Einlagen sind dabei ein Baustein unter mehreren. Wer nur auf sie setzt, wird manchmal enttäuscht, obwohl die Einlage selbst gar nicht schlecht ist.
Bei Diabetes geht es um etwas anderes. Hier zählen angepasste Einlagen, ein weiches Fußbett und Schuhe mit genug Platz zur Vorsorge, damit die Füße gesund bleiben 3. Dazu gehört regelmäßige medizinische Fußpflege, die Podologie 3.

Mit Rezept oder aus dem Regal?
Einlegesohlen von der Stange gibt es in fast jeder Drogerie. Nach einem langen Tag auf den Beinen können sie sich angenehm anfühlen. Wenn der Fuß aber seit Wochen wehtut, Sie morgens humpeln oder Diabetes oder Rheuma haben, würde ich nicht auf eigene Faust herumprobieren. Lassen Sie sich den Fuß einmal ansehen. In der Praxis lässt sich klären, woher der Schmerz kommt und ob Einlagen überhaupt die richtige Antwort sind.
Bekommen Sie Einlagen verordnet, gelten die Regeln für Hilfsmittel. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt medizinisch notwendige Hilfsmittel, Sie brauchen dafür in der Regel ein Rezept 4. Sie zahlen meist zehn Prozent der Kosten selbst, und dieser Anteil ist nach oben gedeckelt 4. Wünschen Sie ein aufwendigeres Modell als nötig, tragen Sie die Mehrkosten 4. Muss die Kasse etwas vorher genehmigen, geht das nachträglich nicht mehr 4. Fragen Sie also bei der Kasse nach, bevor Sie etwas bestellen.
Die Eingewöhnung: lieber langsam
Hier passiert der häufigste Fehler. Man holt die Einlagen ab, legt sie in die Schuhe und geht damit gleich in die Stadt. Merkblätter aus dem englischen Gesundheitsdienst NHS raten genau davon ab.
Eines davon empfiehlt, am ersten Tag höchstens eine Stunde mit den Einlagen zu gehen, und zwar bei ruhiger Tätigkeit 5. Danach verlängern Sie die Tragezeit jeden Tag um ein bis zwei Stunden, bis es den ganzen Tag bequem geht 5. Ein zweites Merkblatt fängt noch vorsichtiger an, mit 15 bis 30 Minuten in der Wohnung am ersten Tag 6.
So kann ein ruhiger Anfang aussehen:
- Am ersten Tag eine Viertelstunde bis eine Stunde, am besten zu Hause 5 6
- An jedem weiteren Tag ein Stück länger, ohne Sprünge
- Einkaufen, Arbeit im Stehen oder Ausflüge erst, wenn mehrere Stunden gut gehen 5 6
Wie lange es insgesamt dauert, ist verschieden. Wer sich an die langsame Steigerung hält, braucht laut einem der Merkblätter meist zwischen einer und sechs Wochen 5. Das klingt erst einmal lang. Mir nimmt diese Spanne aber eher Druck. Wenn es nach drei Tagen noch zieht, ist das allein kein Zeichen, dass etwas falsch gemacht wurde.
Mein Tipp: Schreiben Sie sich in den ersten zwei Wochen auf, wie lange Sie die Einlagen getragen haben und wo es gedrückt hat. Beim Kontrolltermin hilft so eine Notiz viel mehr als ein „irgendwie drückt es“.
Was dazugehört und was nicht
Ein leichtes Ziehen in den ersten Tagen kann vorkommen, richtige Schmerzen sollten es aber nicht sein 6. Wird es unangenehm, nehmen Sie die Einlagen für zwei bis vier Stunden heraus und versuchen es danach oder am nächsten Tag noch einmal 5 6.
Sehen Sie sich Ihre Füße nach jedem Tragen an. Rote Stellen, Blasen oder blaue Flecken sind Warnzeichen 6. Für die Fußsohle hilft ein Handspiegel, wenn das Bücken schwerfällt 3. Bilden sich Blasen oder ist die Haut wund gerieben, hören Sie mit dem Tragen auf und lassen die Einlagen prüfen 6. Das gilt auch, wenn der Schmerz trotz langsamer Steigerung bleibt 6. Oft lässt sich eine Einlage nachbessern, sie muss also nicht gleich in die Schublade 6.
Die Schuhe müssen mitspielen
Eine Einlage braucht Platz. In einem schmalen Halbschuh wird es eng, und dann drückt es, so gut die Einlage auch gemacht ist. Ein NHS-Merkblatt rät zu Schuhen mit geschlossener Ferse und geschlossener Spitze, niedrigem Absatz, herausnehmbarer Innensohle und etwas mehr Weite 5. Neue Schuhe probieren Sie am besten gleich mit den Einlagen an 5. Socken oder Strümpfe schützen die Haut vor Reibung 5.
Gerade das mit den Schuhen ist für viele der frustrierendste Teil. Ehrlich gesagt ist die Auswahl kleiner, als sie sein sollte. Nehmen Sie die Einlagen zu jedem Schuhkauf mit und fragen Sie im Laden ausdrücklich nach Halbschuhen oder Stiefeletten mit herausnehmbarer Sohle, da findet sich eher etwas als im normalen Regal.

Pflege und Haltbarkeit
Wischen Sie die Einlagen mit einem feuchten Tuch ab und lassen Sie sie über Nacht langsam trocknen, nicht auf der Heizung 6. Das Merkblatt empfiehlt, sie mindestens alle zwei Wochen zu reinigen 6. Eine Einlage hält nach diesen Angaben mindestens ein Jahr, je nach Fußform und wie viel Sie unterwegs sind 6. Ist sie vorher abgenutzt, lohnt sich ein Kontrolltermin 6.
Wann Sie zur Ärztin oder zum Arzt gehen sollten
Lassen Sie Ihre Füße ärztlich ansehen, wenn ein Schmerz über Wochen bleibt, wenn Sie nicht mehr normal auftreten können oder wenn eine Stelle gerötet, geschwollen oder warm ist. Mit Diabetes sollte jede Druckstelle und jede kleine Wunde zügig angeschaut werden, und die regelmäßige medizinische Fußpflege gehört dazu 3. Drücken neue Einlagen nach einigen Wochen immer noch, gehen Sie ruhig damit zurück in die Praxis oder zu der Stelle, die sie angefertigt hat. Das Nachbessern gehört bei Einlagen dazu 6.
Häufige Fragen
Kann ich Einlagen auch ohne Rezept kaufen?
Ja, einfache Einlegesohlen gibt es frei zu kaufen, und bei müden Füßen können sie angenehm sein. Bei anhaltenden Schmerzen, Diabetes oder Rheuma ist es besser, den Fuß erst untersuchen zu lassen. Mit Rezept zahlt die Kasse notwendige Einlagen bis auf einen kleinen Eigenanteil.
Was tun, wenn die Einlagen nicht passen?
Nehmen Sie sie bei Druck für einige Stunden heraus und versuchen Sie es am nächsten Tag kürzer. Bilden sich Blasen oder bleiben die Schmerzen trotz langsamer Steigerung, lassen Sie die Einlagen prüfen. Oft lassen sie sich nachbessern.
Wie reinige ich Einlagen richtig?
Wischen Sie sie mit einem feuchten Tuch ab und lassen Sie sie über Nacht an der Luft trocknen, nicht auf der Heizung. Etwa alle zwei Wochen reicht in der Regel.
Wie lange halten Einlagen?
Eine gut gemachte Einlage hält meist mindestens ein Jahr. Wie schnell sie sich abnutzt, hängt von der Fußform und davon ab, wie viel Sie auf den Beinen sind.
Muss ich Einlagen den ganzen Tag tragen?
Nach der Eingewöhnung tragen viele sie im Alltag regelmäßig. Wie viele Stunden für Sie sinnvoll sind, besprechen Sie am besten mit der Praxis, die die Einlagen verordnet hat.
Über Julia
Julia schreibt für Gesundroutine. Sie ist keine Ärztin: Jeder Artikel stützt sich auf verlinkte Studien und Fachquellen und ersetzt keinen Arztbesuch.
Mehr über michQuellen
- Cochrane Database of Systematic Reviews (2008): Custom-made foot orthoses for the treatment of foot pain (Hawke F, Burns J, Radford JA, du Toit V)
- Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (geprüft von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie) (2026): Fersensporn
- Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG) (2021): Diabetischer Fuß
- Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (2025): Hilfsmittel
- Rotherham Doncaster and South Humber NHS Foundation Trust (o. J.): Insoles and foot orthoses
- Oxford Health NHS Foundation Trust (2024): Podiatry: Offloading insoles (Leaflet OH 008.24)
Stand: 20. Oktober 2026. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.
Das könnte Sie auch interessieren
Fußschmerzen nach langem Stehen: Woher sie kommen und was hilft
Wer lange still steht, hält die Muskeln in Waden und Füßen ohne Pause unter Spannung. Dazu sammelt sich Blut in den Beinen, und harter...
Eingewachsener Zehennagel: Was Sie tun können und wann zum Arzt
Ist der Zeh nur gerötet und eitert nicht, können warme Fußbäder, eine desinfizierende Salbe und weite Schuhe ohne Druck auf den Zeh...
