Brennende Füße: Woher das Brennen kommt und was Sie tun können
Brennende Füße sind oft ein Zeichen, dass die feinen Nerven in den Füßen gereizt oder geschädigt sind. Häufige Auslöser sind Diabetes, viel Alkohol über Jahre, zu wenig Vitamin B12, eine Unterfunktion der Schilddrüse oder bestimmte Medikamente, manchmal findet sich auch keine Ursache. Lassen Sie das Brennen in Ihrer Hausarztpraxis abklären: Wird die Ursache behandelt, werden die Beschwerden oft besser, und gegen den Nervenschmerz gibt es eigene Medikamente.
Der Tag ist geschafft, Sie liegen endlich im Bett, und dann geht es los. Die Fußsohlen brennen, als hätten Sie stundenlang auf heißem Pflaster gestanden. Sie strecken die Füße unter der Decke hervor, drehen sich auf die andere Seite und stehen schließlich noch einmal auf, weil es einfach nicht aufhört.
Wenn die Nerven in den Füßen gereizt sind
Sehr oft ist Brennen in den Füßen ein Zeichen dafür, dass die feinen Nerven dort nicht mehr richtig arbeiten. In der Medizin heißt das Polyneuropathie. Gemeint ist, dass viele Nerven auf einmal geschädigt sind, und das zeigt sich besonders häufig an den Füßen 1. Etwa drei von hundert Menschen bekommen im Lauf ihres Lebens eine Polyneuropathie 1.
Typisch sind Schmerzen und seltsame Empfindungen. Manche spüren ein glühendes Brennen, das ganz von selbst kommt oder schon bei einer leichten Berührung, etwa durch Strümpfe oder Kleidung 1. Dazu können Kribbeln, ein taubes Gefühl oder ein Stechen kommen, das plötzlich einschießt 2. Die Beschwerden bleiben oft über längere Zeit, mal sind sie stärker, mal schwächer 2.
Manchmal kommt noch etwas hinzu, das man nicht gleich mit den Füßen in Verbindung bringt. Der Gang wird unsicherer, vor allem im Dunkeln 1, oder das Gleichgewicht lässt nach 2. Auch das gehört in das Gespräch mit Ihrer Ärztin.
Was dahinterstecken kann
Das Brennen selbst ist noch keine Diagnose. Es ist ein Hinweis, dem man nachgehen sollte, denn die Gründe sind sehr verschieden. Diese Ursachen werden in den Fachinformationen genannt:
- Diabetes. In Großbritannien ist er die häufigste Ursache für solche Nervenschäden 3. Ein dauerhaft zu hoher Blutzucker schädigt die winzigen Blutgefäße, die die Nerven versorgen 3.
- Viel Alkohol über viele Jahre 3.
- Zu wenig Vitamin B12 oder andere Vitamine 3.
- Eine Unterfunktion der Schilddrüse 1.
- Eine fortgeschrittene Nierenerkrankung 1 oder eine langwierige Lebererkrankung 3.
- Bestimmte Infektionen, zum Beispiel eine Gürtelrose 3.
Bei vielen Menschen, besonders bei älteren, findet sich trotz gründlicher Suche keine genaue Ursache 1. Das ist unbefriedigend, ich weiß. Es bedeutet aber nicht, dass man nichts tun kann, denn gegen den Nervenschmerz selbst gibt es eigene Behandlungen 4.

Wenn ein Medikament der Auslöser sein könnte
Einige Medikamente können die Nerven in Mitleidenschaft ziehen. Genannt werden bestimmte Mittel gegen Krebs 1, manche Antibiotika, wenn man sie über Monate einnimmt, und ein Mittel gegen Epilepsie bei langer Einnahme 3.
Wenn Sie so etwas nehmen oder genommen haben, setzen Sie es bitte nicht auf eigene Faust ab. Erzählen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt von dem Brennen und bringen Sie eine Liste aller Mittel mit, auch der Tabletten, die Sie ohne Rezept aus der Apotheke holen. Dann lässt sich gemeinsam überlegen, ob ein Zusammenhang möglich ist und ob es eine Alternative gibt.
Was Sie selbst tun können
Gewöhnen Sie sich an, jeden Tag kurz auf Ihre Füße zu schauen, am besten beim An- oder Ausziehen der Socken 6. Achten Sie auf kleine Wunden, Risse, Blasen, gerötete oder warme Stellen und Schwellungen 6. Wer an den Füßen weniger spürt, merkt eine Verletzung womöglich nicht, und eine Wunde, die nicht heilt, kann sich entzünden 2.
Wenn das Bücken schwerfällt, legen Sie einen Spiegel auf den Boden, dann sehen Sie auch die Fußsohlen 6. Oder Sie bitten jemanden, kurz draufzuschauen 6. Sehen Sie etwas, bei dem Sie unsicher sind, melden Sie sich lieber früh in der Praxis 6.
Haben Sie Diabetes, sind Nägel, Hornhaut und Hühneraugen bei einer Podologin oder einem Podologen gut aufgehoben, also bei einer Fachkraft für medizinische Fußpflege 5. Fragen Sie in Ihrer Praxis, ob eine Verordnung möglich ist. Mit Rezept übernimmt die Krankenkasse die Behandlung, einen Eigenanteil zahlen Sie aber meist selbst 5.
Auch der Alltag kann etwas bewirken. Mit dem Rauchen aufzuhören, weniger Alkohol zu trinken und sich regelmäßig zu bewegen, wird ausdrücklich empfohlen 4. Wer Diabetes hat, profitiert davon, wenn der Blutzucker gut eingestellt ist 2.
Noch etwas, das viele frustriert: Die üblichen Schmerztabletten aus der Hausapotheke helfen bei Nervenschmerzen meist wenig 4. Wenn Sie also schon einiges geschluckt haben und es nicht besser wurde, liegt das nicht an Ihnen.
Mein Tipp: Legen Sie sich für zwei Wochen einen Zettel neben das Bett. Notieren Sie, wann das Brennen kommt, wo genau es sitzt und was es leichter oder schlimmer macht. Mit diesen Notizen und Ihrer Medikamentenliste wird das Gespräch in der Praxis viel konkreter.

Was in der Praxis passiert
Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch, denn so lässt sich der Ursache am besten auf die Spur kommen 1. Danach prüft die Ärztin oder der Arzt, wie gut Sie Berührungen spüren, wie Sie gehen, wie kräftig Ihre Muskeln sind und wie die Reflexe ausfallen 1. Manchmal wird zusätzlich gemessen, wie schnell die Nerven Signale weiterleiten 1.
Findet sich eine Ursache, wird sie behandelt. Die Beschwerden lassen sich so oft bessern, auch wenn der Nervenschaden selbst bleibt 1.
Gegen den Schmerz gibt es eigene Medikamente. Häufig sind das Mittel, die eigentlich gegen Depressionen oder Krampfanfälle entwickelt wurden 1. Das irritiert viele, aber diese Mittel können Nervenschmerzen lindern, auch wenn man gar nicht depressiv ist 4. Man beginnt meist mit einer niedrigen Dosis und steigert sie langsam, bis eine Wirkung spürbar ist 4. Ein wenig Geduld gehört also dazu. Eine weitere Möglichkeit ist eine Creme mit dem Wirkstoff Capsaicin, die nicht auf verletzte oder entzündete Haut gehört und nach der man sich die Hände wäscht 4. Starke Schmerzmittel wie Opioide kommen nur in Frage, wenn es nicht anders geht, und dann nur für sehr kurze Zeit 1.
Wann Sie zur Ärztin oder zum Arzt gehen sollten
Wenn Ihre Füße brennen, kribbeln oder sich taub anfühlen, lassen Sie es sich in Ihrer Hausarztpraxis ansehen 2. Das gilt erst recht, wenn Sie unsicherer auf den Beinen sind, wenn Ihre Muskeln schwächer werden oder wenn eine kleine Wunde am Fuß nicht heilen will 2. Haben Sie Diabetes, gehören regelmäßige Kontrollen ohnehin dazu 2. Je früher jemand nach der Ursache sucht, desto eher können Sie gemeinsam etwas dagegen tun.
Häufige Fragen
Warum brennen meine Füße vor allem nachts im Bett?
Nervenschmerzen können ganz ohne äußeren Anlass auftreten, und schon eine leichte Berührung durch Stoff kann sie auslösen. Wenn Sie das Brennen nachts wach hält, sprechen Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt darauf an, damit nach der Ursache gesucht wird.
Kann die Schilddrüse brennende Füße verursachen?
Ja, eine Unterfunktion der Schilddrüse gehört zu den bekannten Ursachen für Nervenschäden an den Füßen. Ob Ihre Schilddrüse richtig arbeitet, kann die Hausarztpraxis prüfen.
Welche Medikamente können brennende Füße verursachen?
Genannt werden unter anderem bestimmte Mittel gegen Krebs, manche Antibiotika bei Einnahme über Monate und ein Mittel gegen Epilepsie bei langer Einnahme. Setzen Sie nichts selbst ab, sondern besprechen Sie Ihren Verdacht mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Was hilft bei brennenden Füßen?
Am meisten bringt es, die Ursache zu finden und zu behandeln, zum Beispiel einen schlecht eingestellten Blutzucker. Gegen den Nervenschmerz gibt es eigene Medikamente, weil die üblichen Schmerztabletten dabei meist wenig helfen.
Kann ein Vitamin-B12-Mangel hinter brennenden Füßen stecken?
Ja, zu wenig Vitamin B12 kann die Nerven schädigen und gehört zu den bekannten Ursachen. Ob bei Ihnen ein Mangel vorliegt, lässt sich in der Hausarztpraxis klären.
Über Julia
Julia schreibt für Gesundroutine. Sie ist keine Ärztin: Jeder Artikel stützt sich auf verlinkte Studien und Fachquellen und ersetzt keinen Arztbesuch.
Mehr über michQuellen
- Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (mit dem IQWiG) (2022): Polyneuropathie: Symptome und Behandlung
- NHS (National Health Service) (2026): Peripheral neuropathy
- NHS (National Health Service) (2026): Peripheral neuropathy – Causes
- NHS (National Health Service) (2026): Peripheral neuropathy – Treatment
- Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (2024): Podologie
- The Queen Elizabeth Hospital King's Lynn NHS Foundation Trust (2026): Diabetes – Footcare information
Stand: 24. Oktober 2026. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.
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