Einlagen bei Fersensporn und Fersenschmerz: Was sie bringen und was sonst hilft
Einlagen und Fersenpolster können Fersenschmerzen etwas lindern. In Studien war der Unterschied aber klein, und fertige Einlagen schnitten nicht schlechter ab als maßgefertigte. Dazu gehören regelmäßige Dehnübungen für Fußsohle und Wade, gedämpfte Schuhe, Kühlen und eine Zeit lang weniger Belastung. Die meisten Betroffenen sind nach einigen Monaten beschwerdefrei.
Morgens stellen Sie den ersten Fuß auf den Boden, und unter der Ferse sticht es, als läge dort ein spitzer Stein. Den Weg ins Bad gehen Sie langsam, eine Hand am Türrahmen. Nach ein paar Minuten wird es besser. Aber wenn Sie nach dem Mittagessen eine Weile gesessen haben, fängt es von vorne an, und in der Schublade liegen Einlagen, von denen Sie nicht wissen, ob sie überhaupt etwas bringen.
Was hinter dem Fersenschmerz meist steckt
Viele sagen „Fersensporn“, sobald die Ferse wehtut. Meistens steckt aber eine gereizte Sehnenplatte an der Fußsohle dahinter. Fachleute nennen das Plantarfasziitis 1. Diese Sehnenplatte liegt unter dem Fuß und stützt ihn bei jedem Schritt. Wird sie zu stark beansprucht, entstehen an ihrem Ansatz unter der Ferse kleine Verletzungen, die sich entzünden können 1.
Der Fersensporn ist etwas anderes, nämlich ein kleiner knöcherner Dorn am Fersenbein. Meistens tut er selbst gar nicht weh 1. Er entsteht wohl, weil der Körper versucht, den gereizten Sehnenansatz zu reparieren 1. Deshalb kann der Sporn auf dem Röntgenbild deutlich zu sehen sein, während der Schmerz trotzdem von der Sehnenplatte kommt. Für die Diagnose reichen meist ein Gespräch und eine Untersuchung. Röntgen braucht es nur in Ausnahmefällen 1.
Typisch sind brennende oder ziehende Schmerzen unter der Ferse. Am stärksten sind sie bei den ersten Schritten am Morgen oder nach längerem Sitzen, beim Gehen lassen sie dann nach 1. Nach einem Tag mit viel Stehen oder schwerem Tragen wird es oft schlimmer 1. Am häufigsten trifft es Menschen zwischen 45 und 65 Jahren. Mit den Jahren werden die Sehnen weniger elastisch, und das Fettpolster unter der Ferse wird dünner 1.
Bei den meisten wird es innerhalb einiger Monate besser, oft sogar ohne besondere Behandlung 1. Bei etwa 10 bis 20 von 100 Menschen dauert es aber länger 1. Wenn Sie schon lange damit kämpfen, sind Sie also kein seltener Fall, auch wenn es sich manchmal so anfühlt.
Was Einlagen bringen können
Einlagen oder Fersenpolster bekommen die meisten als Erstes. Das IQWiG ist ein unabhängiges Institut, das Studien für das deutsche Gesundheitswesen auswertet. Es schreibt, dass angepasste Einlagen die Schmerzen kurzfristig etwas lindern können 2.
Eine Auswertung von 19 Studien mit zusammen 1.660 Teilnehmenden hat sich das genauer angesehen 5. Nach 7 bis 12 Wochen hatten Menschen mit Einlagen etwas weniger Schmerzen als Menschen, die zum Vergleich Schein-Einlagen ohne stützende Form trugen. Ob man diesen Unterschied im Alltag spürt, konnten die Forschenden aber nicht sicher sagen 5. Für die ersten sechs Wochen und für die Zeit nach drei Monaten fand sich kein klarer Vorteil. Die Studien dazu waren allerdings wenig aussagekräftig 5.
Mich hat überrascht, dass maßgefertigte Einlagen in dieser Auswertung zu keinem Zeitpunkt besser abschnitten als fertige 5. Eine teure Sonderanfertigung ist also nicht automatisch die bessere Wahl.
Eine Einlage kann ein Baustein sein, der die Ferse etwas entlastet. Die Übungen und die kleinen Änderungen im Alltag weiter unten ersetzt sie aber nicht. Geben Sie ihr ein paar Wochen Zeit, bevor Sie entscheiden, ob sie Ihnen etwas bringt.
Rezept, Sanitätshaus und Zuzahlung
Angepasste Einlagen verschreibt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Abholen können Sie sie im Sanitätshaus oder beim Orthopädieschuhmacher 2. Das Rezept müssen Sie innerhalb von 28 Tagen einlösen 4. Bei der gesetzlichen Krankenkasse zahlen Sie für Hilfsmittel wie Einlagen zehn Prozent des Preises dazu, mindestens fünf und höchstens zehn Euro 4. Bei manchen Hilfsmitteln übernimmt die Kasse nur einen festen Betrag, und was darüber liegt, zahlen Sie selbst 4. Fragen Sie deshalb vorher im Sanitätshaus, ob ein Eigenanteil dazukommt.
Fertige Einlagen und Fersenpolster gibt es auch in der Drogerie 2. Damit können Sie günstig ausprobieren, ob Ihnen ein weicheres Polster unter der Ferse guttut.
Übungen für Fußsohle und Wade
Dehn- und Kräftigungsübungen für Fußsohle, Achillessehne und Wade gehören zur Behandlung dazu, und zwar möglichst früh 2. Das IQWiG beschreibt unter anderem diese Übungen 3:
- Im Sitzen: Legen Sie den schmerzenden Fuß quer über das andere Knie. Ziehen Sie die Zehen sanft zu sich heran, bis die Fußsohle spannt, und zählen Sie bis zehn. Mit der freien Hand können Sie dabei die Sohle mit leichtem Druck ausstreichen. Das zehnmal, morgens und abends 3.
- An der Wand: Stellen Sie sich mit dem Gesicht zur Wand und setzen Sie die Fußspitze des schmerzenden Fußes an die Wand, die Ferse bleibt unten. Lehnen Sie sich langsam nach vorn, bis Sie einen deutlichen Zug spüren. Zehn Sekunden halten, zehnmal, zweimal am Tag 3.
- Auf der Treppe: Stellen Sie sich mit den Fußballen auf die unterste Stufe und halten Sie sich am Geländer fest. Drücken Sie sich langsam auf die Zehenspitzen und lassen Sie die Fersen dann ebenso langsam unter die Kante sinken. Zwölfmal, drei Runden, jeden zweiten Tag 3.
Die Übungen können etwas wehtun 3. Beginnen Sie damit erst, wenn die schlimmsten Schmerzen etwas nachgelassen haben 3. Leichter bleiben Sie dran, wenn die Übungen einen festen Platz im Tag haben, zum Beispiel gleich nach dem Aufstehen 3. Am besten lassen Sie sich die Übungen einmal zeigen. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Ihnen dafür Physiotherapie verschreiben 2.

Was die Ferse im Alltag entlastet
- Schuhe mit gedämpfter Sohle und gutem Halt an der Ferse können die Sehnenplatte entlasten. Viele Sportschuhe sind so gebaut 2.
- Flipflops, Hausschuhe ohne Fersenkappe, hohe Absätze und enge, spitze Schuhe sind eher ungünstig 6.
- Vom Barfußlaufen raten Fachleute eher ab, weil dann jeder Schritt ohne Polster auf die Sehnenplatte trifft 2.
- Ein Kühlpack in einem Handtuch kann bis zu 20 Minuten auf der schmerzenden Stelle liegen 6. Kühlen Sie die Haut dabei nur leicht 2.
- Was die Sehne stark fordert, zum Beispiel lange Wanderungen, sollten Sie eine Zeit lang zurückfahren. Ruhigstellen müssen Sie den Fuß aber nicht 2.
Bei starken Schmerzen können entzündungshemmende Mittel wie Ibuprofen oder Diclofenac lindern. Ohne Rezept sollten Sie sie nur wenige Tage nehmen, weil sie zum Beispiel auf den Magen schlagen können 2. Für Salben und Gels fehlen verlässliche Studien 2.
Mein Tipp: Stellen Sie sich abends feste Hausschuhe mit Fersenkappe direkt vors Bett. So machen Sie den ersten Schritt am Morgen nicht barfuß auf dem harten Boden.
Wenn es nach einigen Wochen nicht besser wird
Wenn die Schmerzen nach einigen Wochen nicht nachlassen, kommen weitere Behandlungen infrage 2. Eine Kortisonspritze hemmt die Entzündung und lindert vor allem für kurze Zeit. Meist sind höchstens zwei Termine vorgesehen 2. Mögliche Risiken sind unter anderem Infektionen oder ein Riss der Sehne 2.
Bei der Stoßwellenbehandlung werden Schallwellen von außen durch die Ferse geleitet. Sie gilt als risikoarm, kann aber unangenehm sein 2. In ersten Studien linderte sie die Schmerzen weniger gut als Kortison, hatte aber keine ernsthaften Nebenwirkungen 2. Die gesetzliche Kasse zahlt bis zu drei Sitzungen, wenn die Beschwerden schon mindestens sechs Monate bestehen und andere Behandlungen nicht genug geholfen haben 2.

Eine Operation gilt als letzte Möglichkeit, und aussagekräftige Studien zu ihrem Nutzen fehlen 2. Wenn Ihnen vor einer Spritze oder einem Eingriff bange ist, sagen Sie das in der Praxis ruhig offen. Dann können Sie gemeinsam abwägen, was jetzt sinnvoll ist und was noch warten kann.
Wann Sie zur Ärztin oder zum Arzt gehen sollten
Lassen Sie Ihre Ferse ansehen, wenn die Schmerzen trotz Schonung, Kühlen und passender Schuhe nach etwa zwei Wochen nicht besser werden, wenn sie zunehmen oder immer wiederkommen 6. Auch Kribbeln oder ein taubes Gefühl im Fuß sind ein Grund für einen Termin, ebenso Fußschmerzen bei Diabetes 6. In der Praxis lässt sich klären, ob wirklich die Sehnenplatte gereizt ist. Bei Bedarf bekommen Sie dort auch ein Rezept für Einlagen oder Physiotherapie 2.
Häufige Fragen
Wie lange sollte man Einlagen bei Fersensporn tragen?
Eine feste Dauer gibt es nicht. In Studien zeigte sich ein kleiner Vorteil am ehesten nach sieben bis zwölf Wochen, deshalb sollten Sie Einlagen einige Wochen ausprobieren. Wie lange danach, besprechen Sie am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Warum tut die Ferse nach dem Aufstehen so weh?
Wenn die Sehnenplatte unter dem Fuß gereizt ist, tun die ersten Schritte nach der Nacht oder nach längerem Sitzen typischerweise am meisten weh. Geht man eine Weile, lässt der Schmerz meist nach. Schuhe mit gedämpfter Sohle sind dabei besser als barfuß zu gehen.
Welche Übungen helfen bei Fersenschmerzen?
Empfohlen werden Dehnübungen für Fußsohle, Achillessehne und Wade, zum Beispiel die Zehen im Sitzen Richtung Schienbein ziehen oder die Fußspitze an die Wand stellen. Dazu kommen Kräftigungsübungen wie das langsame Absenken der Fersen auf einer Treppenstufe. Lassen Sie sich die Übungen am besten einmal in der Physiotherapie zeigen.
Zahlt die Krankenkasse Einlagen bei Fersensporn?
Wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Einlagen verschreibt, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse den Großteil der Kosten. Sie zahlen zehn Prozent dazu, mindestens fünf und höchstens zehn Euro. Wählen Sie eine teurere Ausführung, kann ein Eigenanteil dazukommen.
Was hilft schnell bei Fersensporn?
Eine schnelle Lösung, die bei allen wirkt, gibt es leider nicht. Für den Moment können Kühlen, weniger Belastung, gedämpfte Schuhe und für wenige Tage ein entzündungshemmendes Schmerzmittel die Beschwerden lindern. Auf längere Sicht braucht es meist Geduld und regelmäßige Übungen.
Über Julia
Julia schreibt für Gesundroutine. Sie ist keine Ärztin: Jeder Artikel stützt sich auf verlinkte Studien und Fachquellen und ersetzt keinen Arztbesuch.
Mehr über michQuellen
- IQWiG / gesundheitsinformation.de (2025): Schmerzen unter dem Fuß (Plantarfasziitis)
- IQWiG / gesundheitsinformation.de (2025): Wie wird eine Plantarfasziitis behandelt?
- IQWiG / gesundheitsinformation.de (2025): Welche Übungen eignen sich bei Schmerzen unter dem Fuß?
- IQWiG / gesundheitsinformation.de (2024): Was sind Heilmittel und Hilfsmittel?
- British Journal of Sports Medicine (2018): Foot orthoses for plantar heel pain: a systematic review and meta-analysis (Whittaker GA et al., Br J Sports Med 52(5):322-328, DOI 10.1136/bjsports-2016-097355)
- NHS (2025): Plantar fasciitis
Stand: 11. Oktober 2026. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.
